Functional Safety wird zur Software-Disziplin
Titelstory Sonderheft | Computer & Automation
Während sich Steuerungs- und IT-Welt rasant weiterentwickeln, verharrt Safety vielerorts noch in Architekturen aus einer Zeit, in der Hardware teuer und Software vor allem Mittel zum Zweck war. Neuron Automation denkt Functional Safety grundlegend neu und konzipiert sie als standardisierte, skalierbare und softwaredefinierte Plattform.
Neue Maschinenkonzepte, wachsende Robotik-Anwendungen, modulare Systemarchitekturen sowie verschärfte regulatorische Anforderungen treiben den Bedarf an sicheren Funktionen zunehmend voran. Doch genau dieses Wachstum legt die strukturellen Schwächen klassischer Safety-Ansätze offen: Functional Safety wächst schneller als der restliche Automatisierungsmarkt und wird gleichzeitig zum strukturellen Flaschenhals. Denn wenn Safety weiterhin projektspezifisch entwickelt wird, bremst sie Innovation aus. Daher hat sich Neuron zum Ziel gesetzt, Safety zu einer standardisierten, wiederverwendbaren Plattform zu machen.
Vom Hardware-Silo zur softwaredefinierten Safety-Architektur
Über Jahrzehnte wurde funktionale Sicherheit primär über physische Trennung realisiert: separate Sicherheitscontroller, redundante Hardwarepfade oder dedizierte Safety-CPUs. In einer Zeit begrenzter Rechenleistung und klar definierter Systemgrenzen war dieses Modell technisch sinnvoll.
Bei Neuron ermöglichen moderne Multicore-SoCs die parallele Ausführung sicherheitskritischer und nicht-sicherheitskritischer Funktionen auf einer gemeinsamen Plattform. Die notwendige Trennung erfolgt nicht mehr physisch, sondern logisch auf Runtime-Ebene. Duale Safety-Kanäle lassen sich softwaredivers auf einem Prozessor realisieren, mit zyklischer gegenseitiger Überwachung und normkonformer Auslegung bis SIL3/ PL e. Parallel dazu entwickeln sich Steuerungen zu konvergenten Plattformen. Automatisierung, Motion, Edge-Funktionalität, IT-Anwendungen und Safety wachsen technologisch zusammen. Separate Safety-Controller geraten damit zunehmend in den Hintergrund. So wird Safety zum integralen Bestandteil moderner Systemarchitekturen.
Hier geht es zum gesamten Artikel inkl. Interview mit CTO Robert Mühlfellner: Functional Safety wird zur Software-Disziplin